In der Werbepraxis der Anbieter von Ferienimmobilien steht die Preiswerbung im Vordergrund. Hier werden in zahlreichen Fällen obligatorische Kosten etwa für eine obligatorisch zu zahlende Endreinigung nicht in den dargestellten Mietpreis eingerechnet.

Auch bei der Vermietung und/oder Vermittlung von Ferienimmobilien ist jedoch erforderlich, dass jede obligatorische Kostenposition in den Endpreis eingerechnet wird. Die entgegenstehende Praxis verstößt nicht nur gegen die Bestimmungen der Preisangabenverordnung, sondern stellt gleichzeitig eine Irreführung durch Unterlassen dar (§§ 3 Abs. 1, Abs. 2, 5a Abs. 2 Abs. 3 Nr. 3 UWG). Über diese Rechtslage hat die Wettbewerbszentrale am 22.04.2014 erneut auf ihrer Homepage informiert. Die Meldung wurde von Fachverbänden, Industrie- und Handelskammern sowie in der Presse aufgegriffen. Die Rechtsprechung hierzu ist eindeutig. Drei Oberlandesgerichte haben nunmehr die zuvor ergangene landgerichtliche Rechtsprechung bestätigt und im Sinne der Rechtsauffassung der Wettbewerbszentrale geurteilt (OLG Schleswig, Urteil vom 22.03.2013, Az. 6 U 27/12; OLG Hamm, Urteil vom 04.06.2013, Az. I-4 U 22/13; OLG Rostock, Beschluss vom 24.03.2014, Az. 2 U 20/13).

In einem weiteren Verfahren wurde die Darstellung von Preisen, die nicht eine obligatorische Nebenkostenpauschale umfassten, im Rahmen des Internetangebotes eines der bedeutendsten Anbieter von Ferienimmobilien auf dem deutschen Markt untersagt (LG Freiburg, Urteil vom 11.11.2013, Az. 12 O 26/13). Hier begründete das Gericht die Untersagung mit einer nach Auffassung des Gerichts irreführenden Darstellung. Dabei führte das Gericht aus, dass der angesprochene Verbraucher die angegebenen Mietpreise für Saisonzeiten pro Wohnung und Woche als abschließende Preisangabe verstehe. Der Verbraucher rechne nicht damit, dass zu dieser Miete weitere obligatorischen Nebenkosten vor Ort von 21,00 Euro pro Person und Aufenthalt zusätzlich zu zahlen seien.

Weitere Beschwerden im Bereich der Ferienimmobilien betreffen die unzulässige Werbung mit einer Sterne-Kennzeichnung. Auch im Bereich der Ferienimmobilien existiert ein offizielles Zertifizierungssystem, hier getragen vom Deutschen Tourismusverband (DTV). Danach darf für Ferienimmobilien nur dann mit Sternen geworben werden, wenn eine aktuell gültige Gütesicherung gemäß den Kriterien des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) vorliegt. Fehlt dies, ist die Sternewerbung wettbewerbswidrig (LG Essen, Urteil vom 18.09.2013, Az. 44 O 112/13).