3. Lange Straße (zurück)

Die Häuser in der Langen Straße zeigen einen bunten Querschnitt durch die Geschichte der Stadt, ihre wirtschaftliche Entwicklung und ihre sozialen Strukturen. Typisch für die Region ist die Stellung der Häuser mit dem Giebel zur Straße. Alle Grundstücke sind recht schmal. Sie fallen zum Hof- und Gartenbereich ab und endeten am Wasser: einem Arm der Jeetzel oder am Wallgraben im Süden. Jedes Anwesen hatte einen Handkahn, der nicht nur bei Hochwasser als Transportmittel eingesetzt wurde. Geht man durch den Durchgang von Hausnr. 15 (Apotheke) zum Parkplatz, kann man diese Geländeform noch gut erkennen.

Hier sollen nur einige für ihre Zeit typische Gebäude genannt werden: ein ehemaliges Privat-Bankhaus (Nr. 3) von 1864, Nr. 5 (von 1608) mit Utlucht (das ist ein Vorsprung aus der Gebäudefront, ebenerdig beginnend und mit Fenstern versehen) und sehr interessantem Fachwerk an der Traufseite, die Kleinhäuser (Nr. 13 und 14) von Handwerkern, das reich gestaltete Haus des Bürgermeisters Scheele von 1609 (Nr. 18) mit 2 Utluchten und einer schönen Barocktür, ein weiteres Kaufmannshaus (Nr. 36), ebenfalls auf zwei Grundstücken, aber mit der Traufseite zur Straße, mit Ladeluken und Warenaufzug, das nach 1815 errichtet wurde. Am Haus Nr. 32 erinnert eine Tafel an Eleonore Prochaska, die hier an der Verwundung starb, die sie beim Gefecht an der Göhrde erlitten hatte. Sie hatte sich als Mann ausgegeben, um mit den Lützower Jägern gegen die Franzosen zu kämpfen. Ihr Grab und Denkmal befinden sich auf dem alten St.-Annen-Friedhof am Prochaska-Platz.